© copyright 2003/2004 Werni´s Western Welle Country Musik Messe Berlin, 07. Februar 2004Interview von Werner Hinze mit Markus Zosel für die Internet-Radiosendung "Werni's Westernwelle", (jeden Dienstag 19 - 22 Uhr), gesendet am Dienstag, 10. Februar 2004 Mit herzlichem Dank an Heike, die das Interview in geschriebene Worte umgesetzt hat. Werner: Wir sind jetzt hier bei Markus Zosel & Band am Stand nach dem Auftritt. Markus, ich kann euch nur sagen - Applaus! Markus: Vielen herzlichen Dank für das Kompliment. Werner: Wir haben uns letztes Jahr erst kennen gelernt, vor einem Jahr. Markus: Ja, genau so ist das. Werner: Ich muss sagen, ein riesengroßer Schritt, ihr seid noch besser geworden. Schade, dass es keine Zugabe gab. Ich hätte am liebsten die andere Band noch weggeschubst. Was ich so zwischendurch gehört habe, ihr wart in Nashville? Markus: Ja, das ist korrekt. Und zwar im Oktober des letzten Jahres (2002). Das war ein Traum, den wir lange Jahre hatten, den haben wir uns einfach erfüllt. Wir haben einfach zusammengelegt und sind geflogen. Wir haben es einfach gemacht. Werner: Einfach so. Markus: Das war letztlich auch die Initialzündung für die neue CD. Lied Nr. 2 auf der CD ist "Nashville". Der Refrain ist wirklich am Broadway in Nashville/Tennessee entstanden. Ein Freund hat einfach angefangen zu singen: "Sweet, sweet, sweet, sweet Nashville", und dann war es da. Werner: Das war das letzte Lied von euerm Gig vorhin. Markus: Genau so ist das. Werner: Ich fand das wirklich ganz Klasse. Eure Inspirationen, eure Ideen, die holt ihr ja nun nicht nur aus Nashville? Markus: Nein. Werner: Was mich jetzt bei euch ganz besonders interessiert, ihr geht ja zweigleisig, einmal Markus Zosel, einmal Markus Zosel & Band - gibt es Rivalitäten untereinander? Markus: Auf keinen Fall. Ich selbst schimpfe mich, wenn man mich fragt, Singer - Storywriter, nicht Songwriter sondern Storywriter. Wir wollen mit unserer Musik, genau wie ich auch, wenn ich alleine bin, Geschichten erzählen. Wir wollen so ein bisschen das, was wir sehen, umsetzen in Musik. Wir bringen das in Form, bringen das in ein Format hinein und wollen auf diesem Wege versuchen, praktisch unsere Musik zu gestalten und das natürlich dann bei Auftritten mit unserem Publikum zu teilen. So gesehen ist es doch relativ egal, ob man dann alleine steht und Leute unterhält, oder ob man im anderen Format, letztlich ist es nur ein anderes Format, dann mit Band unterhält, auf große Bühnen geht oder wie auch immer - die Message ist die gleiche. Werner: Richtig. Wie fühlst du dich eigentlich, wenn du alleine spielst, wenn du einfach nur als Markus Zosel da stehst? Markus: Gut. Werner: Denkst du in dem Augenblick an deine Band, bekommst du von denen noch mal so eine Idee, mach mal heute das, bring mal das? Markus: Nein, da denke ich nur an Musik, Augen zu, und dann geht es rein. Das ist einfach das Wichtige bei der Sache, weil es natürlich auch eine Herausforderung ist, immer wieder mit einer Gitarre alleine Leute hoch zu kriegen. Wie eben im Bluebird Cafe, wenn ich da ein paar Leute habe und einfach merke, du kannst die Stecknadel fallen hören, und du hast dann so eine richtige Magie in dem Raum drin. Das ist das Höchste der Gefühle, mehr kann ein Gitarrist und Sänger nicht wollen. Werner: Das glaube ich auch. Was mir letztes Jahr aufgefallen ist, Markus Zosel war für mich völlig unbekannt. Und dann habe ich erst mal gesehen, was da für Publikum war an der TMO-Bühne, und dieses Jahr noch mehr. Welche Region Deutschlands liegt euch eigentlich am meisten, eure Heimat? Markus: Am wenigsten, weil der Prophet im eigenen Lande am wenigsten gilt. Und das ist manchmal auch ganz gut so. Wir haben bewusst den Weg nach außen gesucht, wir sind sehr viel Richtung Braunschweig unterwegs gewesen. In Salzgitter, Braunschweig haben wir sehr, sehr viele Bekannte, und auch sehr, sehr viele, die immer wieder zu den Konzerten kommen. Viel Berlin, wenn es irgendwie geht. Ich war alleine zum Beispiel Ende letzten Jahres in Velten, und komme auch immer wieder gerne hier her. Das sind so die Ecken, die wir bevorzugen. Wir gehen jetzt in diesem Jahr das erste Mal auch Richtung Südhessen, also Frankfurt, Wiesbaden runter. Das werden interessante Gigs. Wir gucken einfach mal, was passiert und freuen uns darauf. Werner: Und habt ihr auch Fans, die euch ständig nachwandern? Markus: Ja, wir haben, Gott sei dank, ganz, ganz liebe Leute, sogar einen Fanclub. Wir sind total glücklich. Wir haben so was nicht für möglich gehalten, aber es ist wirklich passiert. Und es sind ganz, ganz liebe Leute, die uns, wo sie können, nachreisen, auch unterstützen, und einfach nur da sind und sich einfach freuen. Die immer wieder so eine Fröhlichkeit an den Tag legen, für die ein Musiker, oder vier Musiker, sehr, sehr dankbar sein können, sehr, sehr dankbar. Werner: Große Pläne für die Zukunft? Markus: Was hat man in der Musik für Pläne? Musik hat viel mit Wegen zu tun, die man sehr wenig beeinflussen kann. Das einzige, was man in der Musik machen kann, ist arbeiten. Man kann an sich arbeiten, man kann an den Songs arbeiten, man kann versuchen, die Songs noch besser zu gestalten, noch besser auszuarbeiten, man kann versuchen, die Songs noch interessanter zu gestalten - ein professionelleres Auftreten mit der Band. Der Rest ist so eine Art Zufallspartie, es geht mal einen Schritt nach vorne, es dauert mal länger, es geht mal schneller, dann geht es zwei Schritte, dann steht es auch mal wieder, man wird ungeduldig, aber es ist doch eine Regelmäßigkeit drin. Werner: Stichwort Professionalität. Wenn man in die Richtung Professionalität geht, kann da nicht auch ein Stückchen von einem selber verloren gehen? Markus: Es kommt darauf an. Werner: Sollte man nicht, als Musiker, wenn man wirklich mit der Musik lebt, nicht so diesen Alltag da rein kommen lassen? Markus: Korrekt, ja, das sind Gedanken, die wir uns auch machen. Auf der anderen Seite, wir machen das jetzt seit 5 Jahren, es gibt diese Band seit dem 13. Februar, wir feiern nächste Woche Freitag unser 5jähriges Bestehen. Wir sind schon ganz glücklich, wir haben wirklich 5 Jahre eine gute Zeit gehabt - toi, toi, toi, muss man dazu sagen. Und - wir arbeiten ja alle nebenbei noch. Wir machen das jetzt semiprofessionell, aber, nennen wir es mal Amateurbereich, stapeln wir kleiner. Amateurbereich ist vielleicht doch akkurater. Und da muss man einfach dazu sagen, das erlaubt uns jetzt viele Möglichkeiten, das erlaubt uns, immer noch Spaß daran zu haben. Ich denke, es ist die Frage, wann man in die Professionalität rein geht. Das heißt also, wie weit ist man mit sich selber, wie weit ist die Band geformt. Wenn die Professionalität kommt, wenn die Band ausgereift ist, wenn das Verständnis da ist, wenn der Stil steht, wenn man weiß, was man ausprobieren möchte, wo man weiter hin gehen möchte, dann muss es kein Problem sein. Man muss natürlich aufpassen, dass man das dann letzten Endes nicht übertreibt, man muss immer das Maß behalten. Werner: Dann würde ich dazu sagen, übertreibt es einfach nicht. Bleibt so, wie ihr seid. ... Ich wünsche euch was! Ich werde euch dann nächste Woche in der Sendung vorstellen. Markus: Wir würden uns sehr, sehr freuen. Werner: Der Mitschnitt wird nächste Woche Dienstag auf jeden Fall mit dabei sein. Ich freue mich schon auf den letzten Song, "Nashville", den werde ich wahrscheinlich zwei Mal spielen. Und ich hoffe, wir sehen uns vielleicht mal zwischendurch, nicht erst nächstes Jahr wieder. Markus: Ich darf mich bei dir für das ganz liebe Interview bedanken. Und natürlich einen riesengroßen Gruß aus Kassel, natürlich jetzt im Moment erst mal von der Messe in Berlin, an all deine Hörer. Werner: Ja, wir danken dir. Markus: Gern geschehen! Tschüss! © copyright 2003/2004 Werni´s Western Welle